Artikel Wochenspiegel 7. Woche:  

Wenn der Partner gefährlich ist

Nicht erst seit #metoo offenbart sich, dass viele Frauen Gewalt ausgeliefert sind. Der Verein 'Hilfe für Frauen in Not' (FIN) unterstützt sie.

Gerolstein (AKO). In der Eifel sind es nicht Männer wie Dieter Wedel, die mit Übergriffen bis hin zur Vergewaltigung für Angst bei Frauen sorgen. Sondern es sind Vorkommnisse in allen Schichten, allen Altersklassen und allen Nationalitäten, welche die insgesamt acht am FIN-Bereitschaftstelefon Aktiven auf den Plan rufen. Sie bleiben anonym ebenso wie die Frauen, die bei ihnen Rat suchen. 'Das muss ein', sagt Vereinsvorsitzende Anne Beckermann, 'denn nur so können Hilfsbedürftige und Helferinnen vor Bedrohungen durch die Männer geschützt werden'. Selbst wenn die anfänglich telefonischen Hilferufe in eine persönliche Betreuung münden: Sogar die in Notlage geratenen Frauen kennen immer nur die Vornamen ihrer Ansprechpartnerinnen.

'Wir leisten konkrete Hilfe für Frauen, die in engen sozialen Beziehungen und in ihrem Wohnumfeld mit Gewalt konfrontiert sind', schildert Beckermann die Aufgaben, 'bei allen anderen Fällen, etwa am Arbeitsplatz, leiten wir an geeignete Beratungsstellen weiter oder machen Mut, Strafanzeige zu stellen'. Der Austausch mit der Polizei ist eng. Oft geht es in den Gesprächen für die Anruferinnen auch darum, ein offenes Ohr für die eigene Situation zu finden. Aber etwa dreißig Anrufe pro Jahr führen zu einem Handlungsbedarf, der von der Begleitung zum Arzt oder zur Polizei bis hin zur Stellung einer vorübergehenden Unterkunft für die Frau - oft mit ihren Kindern - reicht. Eine feste Adresse etwa in Form eines Frauenhauses gibt es in der Vulkaneifel nicht, vielmehr arbeitet der Verein mit wechselnden Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungsanbietern zusammen.

'Wir als FIN sind die Feuerwehr bei akuten Notlagen, jedoch nicht die Architekten eines Neuaufbaus im Leben', betont Anne Beckermann. Das heißt, die Frauen sind auch gefordert, Maßnahmen zur Selbsthilfe zu ergreifen, wobei sie Unterstützung bekommen. Sind Drogensucht oder gravierende psychische Krankheiten seitens der Frauen mit im Spiel, verweist die FIN auf andere Hilfsorganisationen wie die Caritas. 'Mehr können wir mit unseren Ehrenamtlichen, die 'nur' in Gesprächsführung geschult sind, nicht leisten'.

Die Hilfe des FIN wird nicht nur bei handfesten Schritten benötigt wie etwa dem Gang zum Arzt, um Verletzungen zu dokumentieren; Umzüge oder dem Holen persönlicher Sachen aus der Wohnung, in der die Gewalt stattfand.

Antiquiertes Rollenbild auf dem Vormarsch

Beckermann, die sich seit zehn Jahren im Verein engagiert, nimmt einen Wandel wahr: 'Es sind vermehrt ganz junge oder jüngere Frauen, die uns brauchen. Für sie ist vieles an Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein nicht mehr selbstverständlich, das war früher anders. Es scheint, als ob das patriarchalische Rollenbild wieder auf dem Vormarsch ist'. Das betreffe Deutsche ebenso wie Angehörige anderer Kulturen und habe mit Migration ursächlich nichts zu tun.

 

Hilfe bei FIN

Seit 20 Jahren aktiv für Frauen in Not

FIN wurde als unabhängige Organisation aus der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen heraus gegründet. Der Verein arbeitet mit Spenden, Kirchenkollekten oder gerichtlichen Zuweisungen sowie mit Mitgliedsbeiträgen. Er veranstaltet unter anderm Selbstverteidigungskurse für Mädchen und Frauen.

 

Das Notruftelefon ist montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr besetzt: 06591 980622. 

Nähere Infos unter www.fin-gerolstein.de

 

Quelle: Wochenspiegel 14.02.2018 7.Woche


 

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